(22.05.2001) Für den heutigen Tag hatten wir uns eine Stadtbesichtigung vorgenommen. Der
Tag sollte um 0800Uhr mit dem gemeinsamen Frühstück beginnen. Aber mit
den vielen Eindrücken, die sich in meinem Kopf angesammelt hatten und
die unbedingt aufs Papier mußten, saß ich am Pool und war so ins
schreiben vertieft, daß ich total die Zeit vergaß. Erst eine halbe
Stunde später als geplant erschien ich beim Frühstück, nachdem mich
Thomas aufgespürt hatte. Uwe hatte bereits seinen "Radio96" LiveTalk um
07Uhr41 absolviert. Auf
eigene Faust sollten wir die Stadt nicht erkunden, da es nicht
ungefährlich sei, so der ermahnende Hinweis von der freundliche Dame an
der Reception und sie organisierte uns auch gleich einen "Guide". Ein
freundlicher Herr mit einem Kaftan bekleidet holte uns dann um 09Uhr30
direkt in unserem Hotel ab Wir wurden zu verschiedenen exotischen Gärten und historischen Gebäuden geführt, wo es einiges zu sehen gab.Der
"Souk" war genau so, wie man sich einen orientalischen Bazar vorstellt.
Enge Gassen, Laden an Laden und nach der dritten Abzweigung "lost of
navigation". Bei einem Teppichhändler bekamen wir die "besten",
"schönsten" und "billigsten" Teppiche vorgeführt, die es in diesem Land
gab. So versicherte uns der Verkäufer. Alles in angenehmer Atmosphäre
bei einem "marrokanischen Wiskey", der nach Pfefferminztee schmeckte
und gänzlich ohne Alkohol war. Der Verkäufer sprach deutsch. Gekauft
wurde nichts. Anschließend wurden wir in eine "Pharmacia" geführt. Der
junge Apotheker zog seine Vorführungen gekonnt durch. Wir kauften ein
paar Gewürze. Für die Zeit der Präsentation wurde uns eine kostenlose
Massage angeboten. Da wir wohl nicht den erhofften Umsatz machten,
wurden uns beim Verlassen der Apotheke nahegelegt, daß jeder von
uns 20Dirham bezahlen sollte, als nette Geste! Anschließend ging es
noch zu einem Kleiderhändler. Denn ich hatte von meiner Frau den
Auftrag bekommen, für Sie,ein landestypisches Kleidungsstück
mitzubringen. Das Kaufobjekt war schnell gefunden. Uwe und Thomas
hatten es sich auf zwei Stühlen bequem gemacht und verfolgten amüsiert
das orientalische Feilschen um den Preis. Es dauerte ca. 20Minuten bis
dieser feststand. Von Anfänglich 900Dirham sind wir schließlich bei 380
angekommen. Dieser Preis war einigermasen realistisch, wie wir später
bei einem Vergleich im Hotel festgestellt hatten. Es ging ja auch um
die "Show", so war die einhellige Meinung. Für den Abend hatten wir uns einen Besuch auf dem "Djemaa el Fna" (Platz der Vernichtung) vorgenommen. Wir
nahmen keine Taschen (Photoapparate usw.) mit. Das Geld wurde
ordentlich verstaut. Der Taxifahrer vom Morgen fuhr uns auch wieder
(Zufall). Dort angekommen, stiegen wir in einem riesigen Getümmel aus
und wurden sofort von dubiosen Einheimischen aufgefordert 20 Dirham für
eine Führung zu bezahlen. Einfach weiterlaufen und ignorieren war die
Devise. Es kam ein ungutes Gefühl auf. Wir gingen vorbei an
Feuerschluckern, Schlangenbeschwörern und Geschicklickeisspielern, quer
über den Platz, zu einem Lokal mit einer Dachterasse. Dort fühlten wir
uns einigermaßen sicher und schauten von oben dem schrillen Treiben zu,
während die Sonne unterging.Es
war sehr beeindruckend und wir fühlten uns auch ein wenig
zurückversetzt wie in 1001 Nacht. Thomas erzählte uns schon auf der
ganzen Reise von 100 Kamelen die man für eine blonde Frau einhandeln
könnte. Hier würde er wohl keine dafür bekommen, da die Frau sicher
schon vorher geklau würde. So unser Eindruck, gerade hier. Wir fassten
Mut und gingen nochmal rund um den Platz zu unserem Taxi, das uns
wieder ins Hotel brache. Die Eindrücke wirkten bei einem Schlummertrunk
in der Hotelbar nach. |